Im Januar 2025 unterzeichnete LVMH — die größte Luxusgruppe der Welt, Eigentümer von Louis Vuitton, Moët Hennessy und TAG Heuer — einen Zehn-Jahres-Vertrag mit der Formel 1, der auf rund eine Milliarde Dollar geschätzt wird. Das ist kein gewöhnliches Sponsoring: Es ist eine strategische Allianz zwischen zwei Systemen, die dieselbe DNA teilen. Luxus trifft den Sport, der mehr als jeder andere zu einem Bedeutungsraum für globale Marken geworden ist.
Was überrascht, ist nicht die Größenordnung des Deals. Es ist die Tatsache, dass er jetzt kommt, fast zehn Jahre nachdem Bernie Ecclestone junge F1-Fans als «zu arm, um eine Rolex zu kaufen» bezeichnet hatte. LVMH sieht das offensichtlich anders. Und die Zahlen geben ihnen Recht.
Der Markt: Zahlen, die eine Transformation beschreiben
Im Jahr 2024 generierten die Formel-1-Teams gemeinsam 2,05 Milliarden Dollar an Sponsoringeinnahmen. Dreihuøndertundvierzig Deals, 319 verschiedene Marken, mit einem Durchschnitt von 250 Millionen Dollar pro Team und Jahr — ein Wert, der gegenüber der Vorsaison um 20 % gestiegen ist. Das gesamte Sponsoring-Ökosystem der F1, einschließlich Meisterschaft und Teams, überschritt die 2,9 Milliarden Dollar-Marke.
Die führenden Sektoren sind Technologie (543 Millionen Dollar, 26 % des Team-Sponsorings) und Finanzdienstleistungen (379 Millionen Dollar), gefolgt von einem stark erholenden Krypto-Sektor mit 565 Millionen Dollar im gesamten Ökosystem. Die Geografie des Geldes hat sich verändert: Im Jahr 2025 kommen 34 % der neuen Sponsorships von US-Unternehmen, direkt bedingt durch drei amerikanische Grands Prix im Kalender (Miami, Austin, Las Vegas) und 52 Millionen Fans in den USA, ein Plus von 10,5 % gegenüber dem Vorjahr.
Das neue Publikum, das niemand vorhergesehen hatte
Die globale Fanbasis der Formel 1 erreichte 2024 826,5 Millionen Menschen und wuchs laut Nielsen Sports um 12 % gegenüber dem Vorjahr. Die Regionen mit dem stärksten Wachstum sind der Nahe Osten — Saudi-Arabien (+11 %), Vereinigte Arabische Emirate (+6 %) — und China, wo das Wachstum 39 % betrug. Diese Zahlen erklären, warum Marken aller Branchen aktiv nach einem Platz im F1-Ökosystem suchen.
Dieses Publikum ist jung, global, kaufkräftig und interagiert mit dem Motorsport über Kanäle, die vor zehn Jahren schlicht nicht existierten: Netflix-Produktionen, Social-Content des Rennstalls, Grands Prix als umfassende Entertainment-Events. Kein Zufall, dass die 233 Millionen YouTube-Aufrufe der F1 im Jahr 2024 hauptsächlich aus den USA, Großbritannien und Indien kamen.
Liberty Media und der Aufbau von Wert
Die Übernahme durch Liberty Media 2017 war nicht nur ein Eigentümerwechsel: Es war eine radikale Neudefinition des Produkts. Der Gesamtumsatz der Formel 1 stieg von rund 1,8 Milliarden Dollar 2017 auf 3,65 Milliarden 2024 und erreichte 2025 3,87 Milliarden Dollar. Ein Wachstum von mehr als zwei Milliarden in acht Jahren, getrieben durch kommerzielle Expansion und eine Content-Strategie, die die Marken-Exposition der F1 weit über das Rennwochenende hinaus vervielfältigte.
Für Sponsoren bedeutete das einen qualitativen Sprung in der Umgebung, in der sie operieren. Mit der Formel 1 assoziiert zu sein bedeutet heute nicht mehr, an zweiundzwanzig Sonntagen im Jahr auf einem Auto zu erscheinen: Es bedeutet, in ein Medienökosystem einzutreten, das das ganze Jahr über in allen Sprachen auf allen Plattformen Inhalte produziert.
Was das für eine Marke bedeutet, die Formel 1 in Betracht zieht
Der Einstieg in diesen Markt ist nicht nur Großkonzernen vorbehalten. Es gibt verschiedene Partnerschaftsebenen, die es international ausgerichteten Marken ermöglichen, ihren Einstiegspunkt zu finden. Der entscheidende Faktor ist — wie bei jedem Formel-1-Sponsoring — nicht die Größe des Logos oder seine Position am Auto: Es ist die Qualität der Aktivierung, die Fähigkeit, ein Sponsoringrecht in ein System aus Content, Beziehungen und Glaubwürdigkeit zu verwandeln, das weit über den Vertrag hinausgeht.
Was die Daten 2024–2025 deutlich zeigen: Der Markt wächst stark, wird aber auch immer wettbewerbsintensiver. RTR Sports hilft seit dreißig Jahren Marken dabei, die richtige Position im Motorsport-Ökosystem zu finden und echten, messbaren Wert zu generieren.