Das Zusammenspiel von Frauen und Sportsponsoring verdient eine genauere Betrachtung. Viele Produkte gelten traditionell als Domäne weiblicher Zielgruppen, weshalb wir oft hören: „Wir sponsern nicht, weil die Kaufentscheidung bei einer Frau liegt.“ Das ist ein falsches und leicht altmodisches Vorurteil – und wir möchten hier etwas Klarheit schaffen.
Auch wenn die Leidenschaft für Sport auf den ersten Blick überwiegend Männern zugeschrieben wird, zeigt sich vor allem eines: Die Zahl der Frauen, die an Sportveranstaltungen teilnehmen oder Sport im Fernsehen (oder auf anderen Geräten) verfolgen, wächst enorm.
Laut Repucom geben in den 24 größten untersuchten Ländern Amerikas, Asiens und Europas im Schnitt 46% der Frauen an, an Sport interessiert oder sehr interessiert zu sein, gegenüber 69% der Männer – der Unterschied ist real, aber nicht enorm*.
Welche Sportarten verfolgen Frauen?
Ein wichtiger Aspekt betrifft die Sportarten, die Frauen tatsächlich verfolgen. Oft werden bestimmte Disziplinen wie Volleyball automatisch mit Frauen assoziiert – mit der seltsamen Annahme, sie interessierten sich dagegen nicht für Fußball, Rugby oder andere Sportarten, die man leider fälschlicherweise als „männlicher“ einstuft. Nichts könnte weiter von der Realität entfernt sein.
Tennis, Fußball und Leichtathletik sind, ebenfalls laut derselben Studie, die bei Frauen beliebtesten Sportarten im Vereinigten Königreich. In Deutschland hingegen bevorzugen Frauen Fußball, Leichtathletik und Motorsport.
Eine besondere Erwähnung verdient diese letzte Kategorie: der Motorsport. Autos und Motorräder werden nicht nur von Frauen sehr geschätzt (aktuellen Studien zufolge ist jeder dritte MotoGP-Zuschauer eine Frau), sondern es wurden auch mehrfach erfolgreiche Programme ins Leben gerufen –wie die W Series–, um die Zahl weiblicher „Driver“ und „Rider“ in den Meisterschaften zu erhöhen. Wie so oft lässt sich schwer sagen, was zuerst da war – doch die herausragenden Leistungen von Fahrerinnen wie Ana Carrasco, Alice Powell, Juju Noda und Tatiana Calderon zeigen einen klar wachsenden Trend.
Wer trifft wirklich die Kaufentscheidung?
Sponsoring durch Marken, die traditionell mit weiblichen Kaufentscheidungen assoziiert werden (Haushaltspflege und Lebensmittel), könnte zudem noch wirksamer werden – begünstigt durch den starken sozialen Wandel und die wachsende Zahl von Einpersonenhaushalten auf dem italienischen Markt.
Laut dem Statistischen Jahrbuch des italienischen Statistikamts Istat aus dem Jahr 2017 bestehen 31,6% der Haushalte in Italien aus nur einer Person. Davon sind 58,9% Männer. Man stelle sich vor, wie sich diese Zahl auf das klassische Bild der Kaufentscheiderin auswirkt, die den Kühlschrank füllt und sich um den Haushalt kümmert.
In einigen Ländern ist die Zahl interessierter Frauen inzwischen genauso hoch wie die der Männer, wie diese Nielsen-Studie zu Australien zeigt.
Der monatliche Nielsen Digital Ratings Report meldete für Juli 2017, dass 11,4 Millionen Australier Sportinhalte auf ihrem Smartphone, Desktop oder Tablet konsumierten – ein Gesamtanstieg von 6% gegenüber Juni 2017. Bei Frauen betrug der Zuwachs sogar 10%, während er bei Männern im Vergleich zum Vormonat nur bei 3% lag.
Abschließend freuen wir uns, auf jüngste Öffnungen zugunsten von Frauen im Sport in traditionell restriktiveren Ländern hinzuweisen. Erst vor wenigen Wochen kam die Nachricht aus Saudi-Arabien, dass Frauen dort nun endlich Fußballspiele im Stadion verfolgen dürfen. Zum Artikel im Guardian
Wenn Sie mehr erfahren möchten, schreiben Sie uns gerne an info@rtrsports.com
*Source: Fan DNA Survey, August 2014, total for eight countries (USA, UK, Germany, Mexico, Malaysia, China, Japan, Australia), respondents aged 16-65 at least a little interested in sport (80-95% of total age group population) n=24,024
Häufig gestellte Fragen
Interessieren sich Frauen wirklich genauso für Sport wie Männer?
Laut einer Repucom-Studie in 24 Ländern geben im Schnitt 46% der Frauen an, an Sport interessiert oder sehr interessiert zu sein, gegenüber 69% der Männer – ein realer, aber nicht enormer Unterschied, der sich in Märkten wie Australien schnell verringert.
Welche Sportarten verfolgen Frauen am meisten?
Das variiert je nach Land: In Großbritannien sind Tennis, Fußball und Leichtathletik bei Frauen am beliebtesten, während in Deutschland Fußball, Leichtathletik und Motorsport überwiegen.